DÜSSELDORF/DUISBURG – Am vergangenen Wochenende blickte die deutsche Judogemeinschaft gespannt nach Nordrhein-Westfalen. Bei den Internationalen Turnieren der U16 in Duisburg (männlich) und Düsseldorf (weiblich), die als die bedeutendsten Sichtungsturniere des Deutschen Judobundes gelten, trafen die größten Talente der Republik aufeinander. Mitten unter ihnen: Ein Trio des TSV Steinrausch Fraulautern e.V., das für den Saarländischen Judobund (SJB) an den Start ging. Für die größte Überraschung des Turniers sorgte dabei Sharleen Zenner.
Das Niveau der Veranstaltung war gewohnt hoch, da nur ausgewählte Top-Athleten die Startberechtigung erhielten. Umso bemerkenswerter war die geschlossene Präsenz des TSV Steinrausch Fraulautern e.V., der alle drei saarländischen Starter stellte. Besonders herausfordernd: Alle drei Sportler – Moritz Schmehr, Laila Guliyev und Sharleen Zenner – gehören dem jüngsten Jahrgang der U16 an und mussten sich gegen teils deutlich erfahrenere Konkurrenz behaupten.
Wichtige Erfahrungen für Schmehr und Guliyev
In Duisburg trat Moritz Schmehr in der Gewichtsklasse bis 46 kg an. Er bewies seine Klasse mit einem vorzeitigen Sieg, musste sich jedoch nach zwei weiteren, hart umkämpften Niederlagen aus dem hochkarätig besetzten Feld verabschieden. Ein ähnliches Bild zeigte sich in Düsseldorf bei Laila Guliyev (-70 kg). Auch sie konnte einen Kampf souverän für sich entscheiden, schied aber nach zwei Niederlagen vorzeitig aus. Dennoch werteten die Trainer die Auftritte als wichtigen Entwicklungsschritt auf nationalem Parkett.
Sharleen Zenner: Nervenstärke führt zur Sensation
In der Gewichtsklasse bis 40 kg schrieb Sharleen Zenner an diesem Tag ihre eigene Erfolgsgeschichte. Nach einem Freilos zum Auftakt wartete mit der Drittplatzierten der Deutschen Meisterschaften U18 aus Württemberg direkt ein schweres Los. Zenner zeigte sich jedoch unbeeindruckt, ging mit einer großen Wertung in Führung und zwang ihre Gegnerin kurz vor Kampfende mit einer Hebeltechnik zur Aufgabe.
Der emotionale Höhepunkt folgte im Halbfinale. Hier traf Zenner auf ihre Dauerrivalin aus Hessen, gegen die sie zuletzt dreimal knapp das Nachsehen hatte. Zunächst sah es nach einer Fortsetzung dieser Serie aus: Zenner geriet durch eine große und eine kleine Wertung in Rückstand. Doch in der Schlussminute platzte der Knoten. Mit enormem Kampfgeist erzielte sie eine große Wertung und fixierte den Sieg anschließend im Bodenkampf durch einen Haltegriff.
Blitz-Sieg im Finale
Beflügelt von diesem Erfolg ließ Zenner im Finale nichts mehr anbrennen. Gegen ihre Kontrahentin aus Berlin fackelte sie nicht lange: Bereits nach 30 Sekunden beförderte sie ihre Gegnerin mit einer großen Wertung auf die Matte und sicherte sich per Haltegriff die Goldmedaille.
Dieser sensationelle Erfolg ist nicht nur ein persönlicher Meilenstein für Sharleen Zenner, sondern auch ein deutliches Ausrufezeichen für die Nachwuchsarbeit des TSV Steinrausch Fraulautern. Zenner hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass mit ihr in Zukunft ganz oben zu rechnen ist.

Sharleen Zenner mit Trainer Jonathan.
